Schwierige Situationen meistern – Verhalten und gute Führung bei Herausforderungen

Unternehmen sind nicht selten mit neuen Herausforderungen und Bedingungen konfrontiert. Arbeitsprozesse werden zunehmend beschleunigt und die gestellten Aufgaben komplexer. Die damit einhergehenden tiefgreifenden Veränderungen im Unternehmen stellen neue Anforderungen an Mitarbeiter und Führungskräfte.

Entwicklung von Führungskräften

Peter German

Besonders Mitarbeiter beobachten sehr genau, welches Verhalten ihre Führungskräfte in Zeiten hoher Anspannung an den Tag legen. Im Interview mit Peter German, Trainer und Senior Berater der MANZEL Unternehmensentwicklung im Bereich Führungskräfte-Management, besprechen wir die Grundbausteine der kompetenten Führung bei Herausforderungen und schwierigen Situationen.

 

 

Welchen schwierigen Situationen sehen sich Führungskräfte häufig gegenübergestellt?

Peter German: Einige oft anzutreffende Situationen hierfür sind z.B. ein Team, das über einen längeren Zeitraum mit seinen gestellten Aufgaben allein gelassen wird und mit Terminen oder der Arbeitsqualität deutlich hinterherhinkt. Ein weiteres Beispiel sind Mitarbeiter, die einen Großteil der Arbeitszeit damit verbringen, über die Arbeit oder das Unternehmen herzuziehen und somit bei den anderen eine spürbar schlechte Stimmung verbreiten. Aber auch nicht erreichte Zwischenergebnisse einer Abteilung, die weit hinter den vereinbarten Zielen stehen, ohne dass Veränderungsmaßnahmen erkennbar werden, bedürfen einer kompetenten Führung.

 

Welche Hauptaufgabe kommt auf eine Führungskraft zu, wenn es in den Abläufen schwierig wird und Ergebnisse nicht erreicht werden?

Peter German: Führungskräfte sollten in der Lage sein, verschiedene Rollen einzunehmen. Neben eher einfühlsamen Rollen wie „Teamentwickler“ oder „Unterstützer“ erfordern schwierige Situationen mitunter auch die Rollen des „Antreibers“ oder „Befehlsgebers“. Es kommt jedoch darauf an, die mit Blick auf das angestrebte Ziel am ehesten geeignete Rolle in solchen Situationen einzunehmen, um sie danach wieder zu wechseln.

 

Wie lassen sich Mitarbeiter auch in schwierigen Situationen motivieren, weiter auf das angestrebte Ziel hinzuarbeiten?

Peter German: Das gelingt in erster Linie durch Gespräche, in denen Hintergründe ermittelt und Verwerfungen aufgedeckt werden. Entscheidend ist dabei, dass Fragen gestellt, Fakten zusammengetragen und Ursachen benannt werden, und keine Schuld zugewiesen wird. Im Vordergrund sollten gemeinsame Veränderungsmaßnahmen stehen, die beschlossen und zusammen umgesetzt werden, manchmal auch mit aktiver Hilfe des Chefs.

 

Wie bleibt man auf dem neuen Kurs?

Peter German: Besondere Bedeutung kommt in solchen Phasen dem Controlling zu. Führungskräfte müssen viel Zeit dafür investieren, dafür zu sorgen, dass die Beschlüsse eingehalten und neue Hindernisse mit geeigneten Mitteln überwunden werden. Notfalls muss die Führungskraft selbst einmal „die Ärmel hochkrempeln“ und mitanpacken.

 

Welches Führungsverhalten unterstützt die Veränderungen?

Peter German: Führungskräfte können den Veränderungsprozess mit verschiedenen Eigenschaften unterstützen. Zu ihnen gehören vor allem Entschlossenheit und Optimismus, das berühmte offene Ohr und das Akzeptieren von Schwachstellen und der erkennbare Wille, die Schwierigkeit zu überwinden. Es ist jedoch auch wichtig, dass der Überblick behalten wird (u.a. durch Controlling), die Mitarbeiter nicht in Rechtfertigungssituationen gebracht werden und dafür gesorgt wird, dass die Gesichter gewahrt bleiben. Aber auch das Zeigen und Ansprechen, dass jeder noch so kleine Fortschritt willkommen ist, unterstützt den Veränderungsprozess.

 

Unser Seminar „Schwierige Situationen meistern – Verhalten und gute Führung bei Herausforderungen“, welches Peter German am 21. März 2018 hält, befasst sich intensiv mit diesem Themenbereich. Wir bieten Ihnen weiteres Fachwissen zu den Hauptmotiven der Mitarbeiter und was hinter dem Verhalten stecken kann, Motivationstechniken sowie Formen der Kontrolle und des Controllings und Verhaltens bei Entspannung der Situation.

Hier finden Sie weitere Informationen zu dem Seminar und unser Anmeldungsformular.

Autor: Peter German, Berlin, den 06. März 2018

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