Strategisches Controlling

Ein Unternehmen kann sich nur dann langfristig erfolgreich entwickeln, wenn es über ein aussagefähiges Controlling verfügt. Dabei ist das Ziel des Controllings, möglichst schnell Risiken und Fehlentwicklungen im Unternehmen zu identifizieren. Nur bei regelmäßiger Anwendung gelingt es dem Management, seine Zielerreichung selbständig zu steuern und kurzfristig auf Abweichungen mit entsprechenden Korrekturen und Gegensteuerungsmaßnahmen zu reagieren.

Dabei ist es erforderlich, sowohl ein strategisches Controlling als auch regelmäßig ein operatives Controlling anzuwenden.

Der Schwerpunkt beim strategischen Controlling liegt in der langfristigen Existenzsicherung des Unternehmens.

Das strategische Controlling ermittelt die langfristigen Chancen und Risiken des Unternehmens. Dabei geht es um die Entwicklung neuer Erfolgspotenziale als auch um die zukünftig benötigten Ressourcen. Wichtig hierbei ist, Frühwarnindikatoren zu bestimmen, damit es möglich wird, frühzeitig Fehlentwicklungen festzustellen. Solche Frühwarnindikatoren können beim strategischen Controlling die Marktsituation, die Wettbewerbsentwicklung, die Rohstoffe, die Umwelt etc. sein.

Zu den strategischen Aufgaben gehört die strategische Planung des Unternehmens. Dabei sollte die Beteiligung des Controllers an der strategischen Planung eine Selbstverständlichkeit sein. Zum strategischen Controlling gehört auch die Überwachung aller Maßnahmen, die auf die langfristige Weiterentwicklung des Unternehmens zielen. Dazu gehören die Produktentwicklung, der Einsatz innovativer Technologien, die Qualifizierung der Mitarbeiter und der Ausbau von Kapazitäten sowie der langfristige Einsatz zusätzlichen Kapitals. Strategische Ziele sind zudem die Vermeidung von Abhängigkeiten, die Erschließung neuer Märkte, die Optimierung von Strukturen und Prozessen, die Kostensenkung sowie der Ausbau neuer Vertriebswege.

Das strategische Controlling soll der Unternehmensleitung und den Führungskräften helfen, diese und andere langfristige Ziele zu erreichen. Es bedient sich hierzu unterschiedlicher Instrumente. Hervorzuheben ist, dass der Betrachtungshorizont etwa drei bis fünf Jahre in die Zukunft reicht und dass im strategischen Controlling häufig nicht mit detaillierten Zahlen, wie zum Beispiel Umsatz und Liquidität, gearbeitet wird. Vielmehr werden Analysen vorgenommen, um grundlegende Aussagen treffen und Handlungsempfehlungen für die weitere Unternehmensentwicklung geben zu können.

Insofern befasst sich das strategische Controlling mit folgenden Fragen:

•    Werden die richtigen Dinge angepackt?
•    Was macht das Unternehmen in drei, fünf oder zehn Jahren?
•    Wo steht das Unternehmen im Wettbewerbsvergleich und mit welchem Marktanteil?
•    Welche Produkte und Dienstleistungen werden angeboten?
•    In welchen Regionen und Märkten handelt das Unternehmen?

Die Fragestellungen des strategischen Controllings werden oftmals nicht systematisch bearbeitet. Zum Teil wird aus dem Bauch entschieden und gesteuert. Dies funktioniert gut, solange die Leistungen und Produkte am Markt nachgefragt werden. Veränderungen am Markt werden aber mit der „Bauchmethode“ in der Regel zu spät erkannt. Das strategische Controlling hat eine wesentliche Steuerungsfunktion im Unternehmen.

Das Management erhält vom Controlling die wichtigen Daten für die Ausrichtung des Unternehmens. Das Controlling liefert die notwendigen Werkzeuge und Instrumente zur Planung, Steuerung, Kontrolle und Informationsversorgung.

Strategisches Controlling beschäftigt sich mit den Potenzialen des Unternehmens. Es dient dazu, die Existenz zu sichern und den Erfolg zu optimieren.

Im strategischen Controlling werden folgende Instrumente eingesetzt:

•    Balanced scorecard
•    Benchmarking
•    Eigenfertigung oder Fremdbezug (Make or Buy)
•    Erfahrungskurve
•    Konkurrenzanalyse
•    Logistik
•    Portfolio-Ansatz
•    Potenzial-Analyse
•    Produkt-Lebenszyklus-Kurve
•    Prozesskostenrechnung
•    Qualitätsmanagement
•    Shareholder-Value
•    Strategische Lücke
•    Szenario Technik
•    Zielkostenmanagement

Trotz der Unterschiede in der Zielrichtung von operativem und strategischem Controlling muss dafür gesorgt werden, dass beide Bereiche eng zusammenarbeiten und sich bei ihrer täglichen Arbeit ständig abstimmen.

Autorin: Ines Manzel
         Berlin, den 16.05.2017